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Leinwandhochzeit

Man lernt nie aus – diese Weisheit ist wohl allen bekannt. Und obwohl ich mich schon seit Jahrzehnten mit Leinwänden beschäftige, hat mich jetzt eine Kundin auf den Leinwandhochzeitstag hingewiesen.
Sie sagte: “Dieses Leinwandbild ist für meine Eltern zu deren Leinwandhochzeit.”
Ich fragte erstaunt: “Leinwandhochzeit?”
Sie: “Ja, so nennt man den 35sten Hochzeitstag.”

Da hat mich neugierig gemacht und Wikipedia gibt auch hier erstaunliche Antworten. In Form einer Tabelle die die Bezeichnung der unterschiedlichsten Hochzeitstage im europäischen Kulturkreis aufzeigt.
Fast jeder hat ja schon von der silbernen Hochzeit (25 Jahre) oder Goldenen Hochzeit (50 Jahre) gehört. Aber es gibt auch echt witzige Bezeichnungen: Die Windbeutel-Hochzeit (5 Jahre) klingt dabei genauso schmeichelhaft, wie die Hammel-Hochzeit (6 1/4 Jahre) oder die Knoblauch-Hochzeit(33 1/3 Jahre). Auf jedenfall lohnt sich das Stöbern durch die verschiedenen Hochzeitstage. Und wenn jemand Verwandte oder Bekannte hat, die bald 35 Jahre verheiratet sind, dem empfehle ich einen Leinwanddruck als Geschenk. ;-)

Eine Plastik á la Frank Stella

Die folgende Plastik besteht aus Holz und sie ist das Ergebnis intensiver Krankenbetreuung. Ich sollte meinen Sohn ruhig zu halten, die Ärztin meinte: „Dann schauen Sie viel fern, er darf sich noch nicht so viel bewegen.”

Gesagt – getan und ARTE eingeschaltet. Beim nächstenmal mit den Bausteinen spielen, entstand kein umzuwerfender Turm, sondern folgende Plastik, die mich sehr an die Werke von Frank Stella erinnert:

Frank Stella ist ein, 1936 geborener, amerikanischer Künstler. Seine Serie der “Schwarzen Bilder”, die er zwischen 1958 und 1963 geschaffen hatte, zählen zum Grundstein für die abstrakte Kunst der sechziger und siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Die geordnete Symmetrie, die Frank Stella in diesen Bildern herausarbeitete, verlieh ihnen etwas Kontrast- und Illusionsloses. Dabei trug er die handelsübliche schwarze Lackfarbe mit etwa 6cm breiten Anstreicherpinseln direkt aus der Dose auf die rauhe, ungrundierte Leinwand auf.

Ähnlich ging auch der Künstler dieser Plastik vor, er nahm die Holzklötzer direkt aus der Kiste und trug diese auf den weichen, gerade gesaugten Teppich auf.

Stella selbst sagte zu seiner Technik: „Das Bild muss mehr aus seiner Gesamtwirkung heraus als durch technische Spielereien überzeugen, vor allem durch die Einheitlichkeit der Bildfläche… Wenn man meine Bilder ansieht – die Technik bewegte sich immer auf einem ziemlich durchschnittlichen Niveau… Aber ich glaube, ein guter malerischer Einfall ist mehr wert als große manuelle Geschicklichkeit.”

Und genau diese geordnete Symmetrie finden wir in diesem Werk aus Holzbausteinen wieder. Wie die Farbstreifen in Stellas “Getty Tomb II” reihen sich hier die Klötzer akkurat aneinander. Sie bilden eine Spirale, die aber im Gegensatz zu Stellas Werk von Innen nach Außen modelliert wurde.

Ich wollte die hier abgebildete Plastik als Skulptur bezeichnen. Doch bei der Recherche zu diesem Blogbeitrag habe ich gelernt: Das eine Skulptur ein dreidimensionales Kunstwerk aus festem Material ist, welches in einer Fertigungsweise im subtraktiven Verfahren entsteht. Um zu einer Skulptur zu kommen, muss etwas vom Rohmaterial weggenommen werden. Dies war zwar bei den einzelen Holzbausteinen der Fall, aber das Kunstwerk letztendlich ist im additiven Verfahren geschaffen wurden. Ergo ist es eine Plastik.

Quellen: Wikipedia und “Maltechniken Großer Meister” Gondrom Verlag