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Das geheime 3D – Portrait

Heute möchte ich den wohl wichtigsten Mitarbeiter meiner Firma vorstellen. Bisher war seine Existenz eines der bestgehüteten Betriebsgeheimnisse – man könnte ihn fast als Schwarzarbeiter bezeichnen. Kein externer Besucher bekam ihn je zu Gesicht. Er verschwindet sofort in eine dunkle Ecke. Sein Metier sind die Farben – weshalb der Begriff “Schwarzarbeiter” ihm absolut nicht gerecht wird. Er spiegelt die Ränder an die Motive unserer Kunden. Dann druckt er die Bilder auf Leinwand und spannt die Leinwanddrucke auf die passenden Keilrahmen. Er ist nahezu unendlich belastbar und arbeitet unheimlich korrekt. Der kleinste Leinwanddruck, den er hergestellt hat, war 18×18cm. Das größte Leinwandbild, an dem er beteiligt war, misst 5,00×2,40m. Trotzdem ist er bescheiden geblieben, braucht weder Kranken- noch Rentenversicherung und möchte auch kein Gehalt. Er interessiert sich sehr für Kunst und liebt Bücher. Er surft gerne im Internet und ist unheimlich wissbegierig.

Er arbeitet vornehmlich im Dunkeln, weswegen es auch sehr schwer (genau genommen unmöglich) ist, ihn zu fotografieren.  Deshalb habe ich ganz heimlich ein 3D-Modell von Ihm erstellt:

Jahrelange Entwicklung stecken in diesem kleinen Freund. Seine Oberfläche ist ein nanotechnologisches Meisterwerk, er benötigt quasi keine Reinigung. Sein Innenleben, die Mechanik und Elektronik ist seiner Zeit weit voraus, weshalb er auch ein so gehütetes Geheimnis ist.

Er liebt die Geschichte von Pinocchio und wäre auch gern der Held in einem Kinderbuch. Doch bis es soweit ist, stellt er fleißig Leinwanddrucke her und ist beglückt an den Gedanken, wieviel Freude “seine” Leinwandbilder schenken.

;-)

Frühlingserwachen im Herbstrhythmus von Jackson Pollock

Das hier zu bewundernde Bild ist eine Schöpfung meines 2 Jahre alten Sohnes Marius E. Ertel. Es ist ein 29,7cm x 21cm großes, mit Gouache-Farbe auf Kopierpapier gemaltes Bild.
Auch wenn die Entstehung durch die Verwendung eines Pinsels eher herkömmlich war, so sind doch die ersten Ansätze vom sogenannten Action Painting zu erkennen.
"Ein Bild von Marius E. Ertel gemalt im Alter von 2 Jahren"

Der 1912 geborene Jackson Pollock gilt als einer der Mitbegründer und Erfinder der Stilrichtung Action Painting oder abstrakter Expressionismus. „1947 begann er eine Reihe Bilder zu schaffen, bei denen die Leinwand mit einem Wirrwarr aus Farbtropfen,  -spritzern und Klecksen bedeckt war. In diesen Werken wird die Erkenntnis des Künstlers offenbar, daß der Prozess des Malens möglicherweise wichtiger sei als das Endergebnis: das vollendete Bild.” (aus  “Maltechniken Großer Meister” Gondrom Verlag)

Genau diesen Eindruck habe ich auch, wenn mein Sohn nach Pinsel und Farbe verlangt.

Um seine Bilder zu malen, legte Jackson Pollock die Leinwand auf den Boden und ließ die Farbe direkt aus den Dosen auf das Bild fließen oder tropfen. Er bearbeitete das Ganze dann mit ausgetrockneten Pinseln, Stöcken oder Maurerkellen. Da das Bild auf den Bodenlag, konnte Pollock von allen Seiten an dem Werk arbeiten. Er selbst sagte dazu 1951: „Technik ist nur ein Mittel um zu einer Aussage zu kommen. Wenn ich male, habe ich eine allgemeine Vorstellung, was ich tun will. Ich kann das Fließen der Farbe kontrollieren; Es gibt keinen Zufall, genauso, wie es keinen Anfang und kein Ende gibt.”

"Marius beim Malen."Auch Marius dreht sich das Bild, so wie er es braucht und verwendet neben dem Pinsel auch gerne die Finger um Farbe auf zutragen. Und. Ich bin mir sicher, er hat auch eine Vorstellung von dem, was er da tut.
Nur sehen wir in seinen Bildern,  nicht dasselbe wie er.

1950 schuf Pollock eines seiner berühmtesten Werke “Autumn Rhythm – Herbstrhythmus” damals war er 38 Jahre alt. Vielleicht – wenn er noch 36 Jahre lang übt – kann Marius auch einmal den Herbstrhythmus aufnehmen.